Im Pesto-Himmel beim Food Blog Day

Pesto war in unserer schlanken Büroküche lange Zeit kein Fixstarter. Wir haben bis auf das feine leichte Kürbiskernpesto mit Bohnen auch ganz wenig Pesto-Rezepte hier am Blog. Kein Wunder! Zu viel Öl, zu viel Käse, zu viele Nüsse, einfach zu viele Kalorien. In den letzten Jahren war ich persönlich auf Pesto-Abstinenz. Das wird sich ab sofort aber ändern! Warum? Weil ich beim ersten Food Blog Day in Wien in den Pesto-Himmel vorgestoßen bin. Bislang war Pesto für mich vor allem der Klassiker „Basilikum-Pinienkerne-Parmesan-Olivenöl“ mit Pasta. Und mal ehrlich, wie oft traut man sich wirklich über neue Kräuter und außergewöhnliche Kombinationen? Der Schlüssel zu meinem neuen Pesto-Glück war der Workshop „Wild & Zahm“ beim Food Blog Day, ausgerichtet von der ufop, der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V.

Pesto mit Rapsöl und Wildkräutern

Es geht also um Rapsöl, um Wildkräuter – von manchen auch Unkräuter genannt – und eine enormen Vielfalt. Welche Kräuter sich da aufgetürmt haben! Von Brennesseln über Giersch bis zu Blutampfer. Manche kennt man gar nicht und würde vielleicht auch nicht auf die Idee kommen, sie zu essen oder weiterzuverarbeiten. Die Gundelrebe beispielsweise wächst in meinem Garten, naja, eigentlich in der Wiese, und ich bin sehr froh, jetzt eine neue Verwertungsmöglichkeit für dieses „Unkraut“ gefunden zu haben! Neben den frischen Kräutern gab es am Workshoptisch auch jede Menge Nüsse, drei verschiedene Arten von Rapsöl, frische Früchte und sogar Schokolade!

Schokolade? Ja! Die lieben Grazer Kolleginnen Claudia von What bakes me smile und Christina von Christina Waitforit haben ein fantastisches Pesto aus Rucola, Himbeeren, Pekannüssen und weißer Schokolade gezaubert. Ein Gedicht! Dann gab es noch Kapuzinerkresse-Mango-Pesto mit Sonnenblumenkernen, Blutampfer-Curry-Pesto oder Süßes Minze-Pesto. Ich war mit Romana und Florian von Aufgetischt in der Neigungsgruppe „Strenge Kräuter“ und habe Brennessel und Löwenzahn in Pesto verwandelt. Die Rezepte gibt’s weiter unten!

Erster Food Blog Day in Wien

Aber zuerst mal ein kleiner optischer Einblick in den ersten Food Blog Day, der in Österreich stattgefunden hat. Das wunderbare Park Hyatt Wien war eine perfekte Location für diese Premiere! Neben dem Pesto-Workshop gab es auch Verkostungen beim Demel und Hillinger, Zuckerkochen in der Zuckerlwerkstatt, Meet & Greet mit dem Veranstalter Burda und natürlich jede Menge tolles Essen. Leider konnte ich nicht bis zum Schluss bleiben, beim Durchschauen der Fotos der anderen BloggerInnen läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen!

Im „Wild & Zahm“-Pesto-Workshop haben wir also ausprobiert, was das Zeug hält. Was ich vor allem aus dem Workshop mitnehme: es muss nicht immer Basilikum sein, es muss nicht immer Olivenöl sein und es muss auch nicht immer Käse in ein Pesto. Einfach experimentieren!

Aber jetzt zu den Rezepten der zwei Pestos, die ich gemacht habe.

Löwenzahn-Granatapfel-Pesto

  • Portionen: 2-3
  • Schwierigkeit: easy
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Das braucht ihr dafür

  • 50 gr. junger Löwenzahn
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 100 ml Rapsöl
  • 40 ml Granatapfelsaft
  • 20 gr. geriebener Parmesan
  • 1/2 TL Salz, Pfeffer
  • 1 EL brauner Zucker
  • eine Handvoll Granatapfel-Kerne

So geht’s

Das Öl und den Granatapfelsaft in den Mixer geben, dann den Löwenzahn dazugeben. Durchmixen bis eine sämige Masse entsteht, allerdings nicht zu lange mixen – es darf nicht heiß werden! In eine Schüssel umfüllen und die restlichen Zutaten dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss kommt noch eine Handvoll ausgelöste Granatapfel-Kerne dazu.

Das Pesto im Kühlschrank lagern und schnell verbrauchen.

Food Blog Day Wien #fbdWIEN16
Löwenzahnpesto mit Granatapfelkernen

 

Lebens-Elixir

  • Portionen: 2-3
  • Schwierigkeit: easy
  • Drucken

Das braucht ihr dafür

Diese Pesto enthält „Superfood“ pur – das kann doch nur ein „Lebens-Elixir“ sein, oder? Hier gibt es keine Mengenangaben – dieses Pesto wurde mit Romana und Florian von Aufgetischt kreiert, und wir haben das aus dem Handgelenk nach Gefühl gemacht.

  • Zwei Handvoll Brennesselblätter – Achtung, mit Handschuhen arbeiten!
  • einige Gojibeeren
  • viele Kürbiskerne
  • ordentlich viel Rapsöl
  • Honig

 So wird’s gemacht

Die Brennesselblätter von den Stängeln befreien – das macht ihr am besten mit Handschuhen! Brennesseln kurz in kochendes Wasser legen und dann ausdrücken. Das wird dann eine erstaunlich kleine Menge, aber das passt schon so! Mit dem Rapsöl in den Mixer geben. Da Brennesseln eine starke Blattstruktur haben, braucht es recht viel Öl, um eine sämige Konsistenz zu erzeugen. Gojibeeren etwas verkleinern und gemeinsam mit den Kürbiskernen alles mixen. In eine Schüssel umfüllen und mit Honig abschmecken.

Das Pesto im Kühlschrank lagern und schnell verbrauchen.

Food Blog Day Wien #fbdWIEN16
Pest aus Brennesseln, Goji-Beeren, Kürbiskernen, Raps-Kernöl und Honig

Zugegeben, die Pestos haben immer noch viel, viel Öl und sind durch die Nüsse und den Käse auch nicht wirkliche Fixstarter in der schlanken Küche. Aber wenn man mit der Menge aufpasst, kann gar nicht so viel passieren. Und die Geschmacksvarianten sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen!

Ich verstehe Pesto jetzt mehr als Gewürz denn als Hauptzutat. Am Abend gab es dann gleich auch Ziegenkäse mit Feige und dem hervorragenden Brennessel-Pesto!

Food Blog Day Wien #fbdWIEN16
Ziegenkäse mit Feige, garniert mit Brennessel-Pesto

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